
Hinter dieser Entwicklung stehen mehrere Faktoren. Auf der einen Seite ist es die aktuelle wirtschaftliche Situation, die die Menschen dazu bringt, größere Ausgaben sorgfältiger zu planen. Dazu trägt auch das rasante Aufkommen von Fintech-Lösungen im Einzelhandel bei. Aus Sicht des Kunden sind Einfachheit und die Möglichkeit, seine Finanzen flexibel zu verwalten, entscheidend.
In Europa ist der BNPL-Markt in den vergangenen drei Jahren sehr dynamisch gewachsen – jährlich um mehr als ein Fünftel.
Prognosen bis 2030 gehen von einem moderateren Tempo von etwa 9 % pro Jahr aus, aber es ist immer noch eines der am schnellsten wachsenden Segmente im Zahlungsverkehr.
Die Kunden haben BNPL vor allem deshalb angenommen, weil es ermöglicht, Waren sofort zu erhalten und gleichzeitig die Kosten nach ihren eigenen Möglichkeiten zu verteilen. „BNPL-Dienste wachsen von Jahr zu Jahr um Hunderte von Prozent. Allein in den letzten Sommermonaten haben wir einen Anstieg von rund 300 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnet, was zeigt, dass dieses Modell einen soliden Platz im tschechischen Umfeld gefunden hat“, sagt Valdemar Schubert, Manager für Finanzdienstleistungen und Ratenzahlung bei Datart.
Digitale Geldbörsen und neue Zahlungsformen
Neben BNPL nimmt auch die Nutzung von digitalen Geldbörsen und kontaktlosen Technologien zu. Kunden bezahlen zunehmend mit Smartphones, Uhren oder anderen tragbaren Geräten. „Technologie beseitigt Barrieren – die Kunden brauchen keine Plastikkarte mehr in ihrer Brieftasche, ein Gerät, das sie jeden Tag bei sich tragen, reicht aus.“ Schubert ergänzt.
Ergänzt wird der Trend durch QR-Zahlungen, die sich dank ihrer Einfachheit und des geringeren Fehlerrisikos bei der Dateneingabe bei den Kunden bewährt haben. In der Praxis bedeutet dies einen schnelleren Transaktionsabschluss und weniger Kaufabbrüche, was für E-Shops von entscheidender Bedeutung ist.
Mit Blick auf die Zukunft wird ein stärkeres Aufkommen von A2A-Zahlungen (Account-to-Account) erwartet – Sofortüberweisungen direkt zwischen Bankkonten. Dieses Modell könnte langfristig mit Kartensystemen konkurrieren, da es Intermediäre eliminiert und die Transaktionskosten senkt. Händler würden von niedrigeren Kosten und einer schnelleren Abwicklung profitieren. Die Kunden würden nicht auf den Komfort verzichten, den sie vom kontaktlosen Bezahlen gewohnt sind.
Wandel hin zu digitalem Komfort
Die Zahlungsgewohnheiten der Kunden ändern sich rasant und setzen Banken und Händler unter Druck, ihr Angebot über traditionelle Karten oder Kredite hinaus zu erweitern. Kunden vergleichen nicht mehr nur den Preis oder die Liefergeschwindigkeit, sondern auch die Zahlungsflexibilität, die der E-Shop bietet. BNPL und neue digitale Methoden werden damit Teil des Konkurrenzkampfes.
Während BNPL-Dienste die wachsende Nachfrage der Kunden nach Flexibilität bei kleineren Einkäufen bestätigen, kommen bei größeren Investitionen native Ratenzahlungen ins Spiel, die direkt in Zahlungsgateways integriert sind.