
Warum kleine Teams mit „Tool Sprawl“ kämpfen
Wenn man sich einen typischen kleinen E-Shop, eine Agentur oder eine Beratung anschaut, sieht deren Tech-Stack meist so aus:
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ein einfaches CRM oder einfach eine Tabelle
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Ein separates Tool für E-Mail-Marketing
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Trello oder eine andere Projekt-App
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Ein Helpdesk oder ein gemeinsamer Posteingang
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Außerdem Integrationen, Exporte und manuelles Kopieren/Einfügen
Genau das zielt ClearCRM an. Das Unternehmen behauptet, drei bis fünf separate Systeme durch ein einziges Produkt ersetzen zu können – ohne in eine überlastete Suite wie Bitrix24 zu verfallen.
Für kleine Unternehmen geht es nicht nur um Lizenzgebühren. Es geht auch um:
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Zeitverlorene Zeit beim Wechseln zwischen Werkzeugen
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Fehler verursacht durch manuelle Datenübertragungen
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Fragmentierte Kundendaten – das Marketing sieht nicht, was die Projekte machen, der Support sieht keine Verkaufshistorie usw.

Source: ClearCRM
Was ClearCRM tatsächlich beinhaltet
Laut dem Unternehmen ist ClearCRM als „Lead-to-Cash“-Plattform aufgebaut. Im Alltag bedeutet das:
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Eroberung von Führungen
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Verwaltung von Vertrieb und Pipelines
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Angebote, Verträge und grundlegende Rechnungsstellung
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Projektabwicklung
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Laufender Kundensupport
In der Praxis vereint ClearCRM:
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CRM- und Vertriebspipeline – Kontakte, Deals, Aufgaben, klare Pipeline-Phasen
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E-Mail-Marketing & Automatisierung – Kampagnen, Nurture Flows, Formulare, einfache Landingpages
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Projekte & Aufgaben – nützlich für Agenturen und Serviceteams, die nach Vertragsunterzeichnung Arbeit erbringen müssen
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Support/Helpdesk – Ticketing, Posteingang und Verknüpfung von Problemen mit Kundenakten
Das Wichtige: Keines davon wird als separate Module verkauft. ClearCRM sagt, dass alles oben Genannte in einem Produkt und einem Abonnement enthalten ist.

Source: ClearCRM
Wie ClearCRM im Vergleich zu den bekannten CRMs abschneidet
Der Unternehmensbericht betrachtet sechs Hauptkonkurrenten: Pipedrive, Bitrix24, Freshsales (Freshworks), Insightly, Close und Flowlu. Statt Marketing-Slogans liegt der Fokus auf einer praktischen Frage: Was muss ein kleines Unternehmen über jedes CRM hinzufügen, um die gesamte Customer Journey zu managen?
Pipedrive: ausgezeichnete Pipeline, über den Verkauf hinaus begrenzt
Pipedrive wird für seine Einfachheit geliebt, und Vertriebsteams nutzen es wirklich gerne. Der Bericht weist jedoch darauf hin, dass Pipedrive seinem Branding treu bleibt – es ist ein Pipeline-Tool, kein All-in-One-System.
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Fehlen: Marketingautomatisierung, Projektdurchführung, Support
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Lösung: kostenpflichtige Add-ons und Integrationen
ClearCRM positioniert sich als „Pipedrive ohne die Obergrenze“ – Pipeline plus Marketing, Lieferung und Support in einem. Für Unternehmen, die Projekte oder laufende Kundenbeziehungen nach dem Verkauf durchführen, ist das ein bedeutender Unterschied.
Bitrix24: Alles an einem Ort, aber überwältigend
Bitrix24 bietet die größte Palette an Funktionen – von CRM und Aufgaben bis hin zu Personalabteilung, Chats, Intranet und Videoanrufen. Der Bericht stellt fest, dass viele kleine Teams sich darin einfach verlieren.
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Große Breite, aber eine steile Lernkurve
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Leistung und Support variieren stark zwischen den Nutzern
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Einige Kunden äußern Bedenken hinsichtlich des Datenstandorts und der Lokalisierung
ClearCRM entgegnet: „All-in-One ohne die Aufblähung.“ CRM, Marketing, Projekte und Support – aber kein Intranet, keine HR-Suite, kein internes soziales Netzwerk. Für kleine Teams in Europa, die eine schnelle Einführung statt eines sechsmonatigen Rollouts wünschen, passt das klarer.
Freshsales (Freshworks CRM): stark in der Kommunikation, fragmentierte Reise
Freshsales sticht in Bereichen hervor, die ClearCRM bewusst nicht leitet – eingebaute Anruf-, Chat- und KI-Assistenten. Das integrierte Telefon, der Chatbot und die Freddy-KI sind für Inside-Sales-Teams und anrufintensive Abläufe sinnvoll.
Das Problem ist laut dem Bericht, dass Sie Freshsales + Freshmarketer + Freshdesk benötigen , um die gesamte Customer Journey abzudecken. Drei Produkte, drei Abonnements.
Der Gegensatz von ClearCRM ist:
„Ein System, eine Rechnung, eine Datenbank – auch wenn das bedeutet, kein Voicebot zu haben.“
Für Agenturen, Berater und E-Shops, die nicht auf hohe Anrufzahlen setzen, kann dieser Kompromiss praktischer sein.

Source: ClearCRM
Aufschlussreich: guter Umsatz-zu-Projekt-Fluss, aber modulare Preisgestaltung
Insightly hat einen langjährigen Ruf für die Verbindung von Vertrieb und Projektmanagement. Der Bericht erkennt dies an – die Übergabe von „Deal → Project“ ist für viele Dienstleistungsunternehmen wertvoll.
Der Nachteil:
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Marketing und Service sind kostenpflichtige, getrennte Module
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Die volle Funktionalität erfordert mehrere Produkte
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UI und Setup können sich für kleine Teams schwer anfühlen
ClearCRM versucht, denselben Ablauf (Vertrieb → Projekt) zu liefern, aber mit Marketing und Support bereits einbezogen. Der Punkt ist, die Notwendigkeit eines dedizierten CRM-Administrators zu vermeiden.
Nah dran: ideal für ausgehende Teams, begrenzt für alle anderen
Close wird von Teams geliebt, die auf Anrufe angewiesen sind – Power-Dialer, SMS, Sequenzen. Für SDR-Teams ist es eine perfekte Kombination.
Der Bericht stellt jedoch fest:
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Es ist ein reines Verkaufssystem
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Keine Projekte, keine Angebote oder Unterstützung
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Die Preisgestaltung ist hauptsächlich für telefonlastige Teams sinnvoll
ClearCRM versucht nicht, Close beim Telefonieren zu schlagen. Stattdessen präsentiert es sich als Lösung für Unternehmen, bei denen Projektabwicklung und Kundenbeziehungen genauso wichtig sind wie der erste Anruf.
Flowlu: breiter Funktionsumfang, schwächeres Marketing
Flowlu verbindet CRM, Projekte, Finanzen und eine Wissensdatenbank. Seine Stärke liegt in der Verbindung zwischen Projekten und Budgetierung – ideal für Agenturen, die die Rentabilität messen.
Laut dem Bericht sind die Hauptschwächen:
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Schwaches E-Mail-Marketing und Automatisierung
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eine Benutzeroberfläche, die sich nicht so modern anfühlt
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Begrenzte Präsenz und Unterstützung auf dem US-Markt
ClearCRM positioniert sich eher als wachstumsorientiert – Lead-Erfassung, E-Mail-Marketing, Vertrieb, Projektdurchführung und Support – statt als tiefgreifende interne Finanzen. Für viele europäische E-Shops oder Dienstleistungsunternehmen, die ohnehin externe Buchhalter nutzen, ist diese Aufteilung sinnvoll.

Source: ClearCRM
Für wen ist ClearCRM gedacht (aus europäischer Geschäftsperspektive)
Der Bericht weist eindeutig auf:
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Kleine Dienstleistungsunternehmen (1–20 Personen) – Agenturen, Berater, B2B-Dienstleister, SaaS
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Teams entfernen sich von Tabellenkalkulationen oder reiner Vertriebs-CRMs
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Unternehmen suchen ein einziges Tool für Vertrieb, Lieferung und Kundensupport
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Gründer, die keine Integrationen verwalten oder einen komplexen Stack pflegen möchten
Für den europäischen E-Commerce kann ClearCRMs Preisgestaltung im unteren zweistelligen Bereich pro Nutzer sowie keine Zusatzfunktionen für Kernfunktionen jährlich Hunderte von Euro einsparen – und gleichzeitig ein einheitliches Kundenbild bieten.
Was man mitnehmen sollte – auch wenn man nicht sofort wechselt
Unabhängig davon, ob ClearCRM in Ihrem Stack landet, hebt der Bericht drei erwähnenswerte Trends hervor:
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Lead-to-Cash als eine Linie
Es reicht nicht mehr, nur Bestellungen zu verfolgen. Man braucht eine einheitliche Übersicht darüber , woher der Lead kam, was versprochen wurde, wie die Lieferung verlief und welcher Support geregelt wurde. -
Weniger Werkzeuge, höhere Akzeptanz
Zehn Apps machen ein Unternehmen nicht digitaler. Kleine Teams übernehmen oft ein einziges System viel konsistenter als eine komplexe Mischung. -
Kosten sind nicht nur Lizenzierung – es ist Chaos
Die höchsten Kosten für Tool-Sprawl sind die Zeit, die Ihr Team beim Datensuchen oder beim Jonglieren von Integrationen verliert.
ClearCRM, basierend auf seinem eigenen Competitive Intelligence Report, zielt darauf ab, in der Lücke zwischen einfachen Vertriebs-CRMs und überdimensionierten Unternehmensplattformen zu liegen. Es wird Tools wie Close für Callcenter oder Salesforce für Unternehmen nicht ersetzen. Aber für kleine Agenturen, Berater und E-Shops, die Vertrieb, Lieferung und Support in einem Tool wollen, ist es ein Kandidat, den es wert ist, auf die Shortlist zu kommen.