
Was die Behörde herausgefunden hat
Laut der Aufsichtsbehörde sammelte und teilte Amazon Italia Logistica sensible Mitarbeiterinformationen mit mehreren Managern. Dazu gehörten Details zu medizinischen Zuständen, Gewerkschafts- und Streikaktivitäten sowie Aspekte des Familienlebens wie kranke Verwandte oder eheliche Zerstörungen.
Die Behörde erklärte, dass solche Daten für die Bewertung beruflicher Fähigkeiten nicht relevant seien und daher gegen Regeln verstießen, die einschränken, was Arbeitgeber verarbeiten dürfen. Das Verbot gilt auch für Informationen, die während der Beschäftigung gesammelt und bis zu 10 Jahre aufbewahrt werden.
Die Inspektionen am Standort Passo Corese wurden vor etwa zwei Wochen durchgeführt.
Amazons Antwort
Amazon erklärte, dass es die von der italienischen Datenschutzbehörde erlassene Maßnahme sorgfältig prüfe. Das Unternehmen erklärte, dass der Schutz personenbezogener Daten, insbesondere der Mitarbeiter, absolute Priorität hat und dass es seine Prozesse umgehend überprüfen wird, falls Nichteinhaltungsprobleme festgestellt werden.
Warum das für E-Commerce-Unternehmen wichtig ist
Der Fall entsteht vor dem Hintergrund der strengen Durchsetzung der DSGVO-Regeln in der gesamten EU. Für E-Commerce-Unternehmen geht das über HR-Compliance hinaus. Lagerüberwachungssysteme, Mitarbeiter-Tracking-Tools und interne Berichtsprozesse müssen eng an das Datenschutzrecht abgestimmt sein.
Die Verarbeitung von Mitarbeiterdaten, die nicht direkt für die Arbeitsleistung relevant sind, kann zu Verboten und möglichen Geldstrafen führen. In einem Sektor, in dem Logistik stark auf Betriebsdaten angewiesen ist, sendet diese Entscheidung ein klares Signal an Unternehmen, die auf dem europäischen Markt tätig sind.