
KI erscheint auf dem größten Bildschirm
Die neue Funktion ermöglicht es den Zuschauern, beim Anschauen eines Videos Fragen zu stellen – ohne die App zu verlassen. Durch Klicken auf den „Fragen“-Button auf dem Bildschirm können Nutzer vorgeschlagene Aufgaben auswählen oder mit dem Mikrofon ihrer Fernbedienung ihre eigene Frage einreichen.
Zum Beispiel kann ein Zuschauer nach Rezeptzutaten, der Bedeutung hinter Songtexten fragen oder um Empfehlungen für verwandte Inhalte bitten. Antworten erscheinen sofort, ohne die Wiedergabe zu unterbrechen.
Die Funktion steht derzeit ausgewählten Nutzern ab 18 Jahren zur Verfügung und unterstützt Englisch, Hindi, Spanisch, Portugiesisch und Koreanisch.
YouTube führte das konversationsbasierte KI-Tool erstmals 2024 ein. Die Ausweitung auf Fernseher erfolgt, während das Fernsehen auf YouTube weiter wächst. Laut Nielsen-Daten vom April 2025 machte YouTube 12,4 % der gesamten Fernsehzeit in den Vereinigten Staaten aus und übertraf damit Plattformen wie Disney und Netflix.
Wie es funktioniert und welche Daten gesammelt werden
Laut der offiziellen YouTube-Dokumentation werden die Antworten mit großen Sprachmodellen (LLMs) generiert, die Informationen von YouTube und dem weiteren Web beziehen.
Wichtige Punkte sind:
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Gespräche, die mit einem Google-Konto verknüpft sind, werden nach 45 Tagen automatisch gelöscht
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Einige anonymisierte Konversationen können bis zu drei Jahre aufbewahrt werden, um die Qualität zu verbessern
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Das Tool ist nicht für beaufsichtigte Kinderkonten oder in der YouTube Kids-App verfügbar
YouTube stellt außerdem fest, dass Antworten ungenau sein können und nicht als rechtliche, medizinische oder finanzielle Beratung herangezogen werden sollten.
KI im Wohnzimmer: Wettbewerb wird intensiver
YouTube ist mit diesem Wandel nicht allein.
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Das Ziel ist klar: Die Nutzer länger auf einer Plattform zu halten und die Content-Discovery zu vereinfachen.
YouTube führt außerdem weiterhin weitere KI-gesteuerte Funktionen ein, darunter einen Kommentarzusammenfassungsgenerator, ein KI-gestütztes Suchkarussell und Tools, die es Creatorn ermöglichen, Shorts mit KI-Versionen ihres eigenen Abbilds zu erstellen. Letzte Woche hat das Unternehmen außerdem eine eigene App für Apple Vision Pro eingeführt.
Was das für E-Commerce und Marketer bedeutet
Für Marken und Einzelhändler stellt dies eine bedeutende Veränderung im Nutzerverhalten dar:
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Zuschauer müssen nicht mehr extern nach Produkten suchen, die in Videos zu sehen sind – sie können direkt innerhalb der App nachfragen
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Es wird eine neue Bedeutung auf die Optimierung von Videoinhalten und Metadaten gelegt
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KI-gesteuerte Empfehlungen können beeinflussen, welche verwandten Inhalte angezeigt werden
Für europäische E-Commerce-Marken signalisiert das, dass YouTube zunehmend als Suchumgebung im TV-Ökosystem betrachtet werden sollte – nicht nur als Videoplattform.
Da das Fernsehen weiterhin wächst, entwickelt sich YouTube allmählich zu einem Hybrid zwischen traditionellem Fernsehen und einer interaktiven Suchmaschine.